Kanadische Züge entsprechen selten dem uns gewohnten Bild der deutschen Eisenbahn.
Hier wird angehängt was Nutzen bringt. Fehlt eine zusätzliche Lok wird genommen was grad zu bekommen ist. So ist es nicht verwunderlich das z.B. eine alte Museumslok der CP mal mit ran muß um das erhöhte Aufkommen an Fahrgästen
über die Steigungen zu schleppen. Gleiches gilt in so Fern natürlich auch für die Waggons.Die Kanadischen Eisenbahner nehmen es nicht all zu genau mit den Äußerlichkeiten solange der Nutzen stimmt. Dieser typische Stilbruch ist aber durchaus nicht negativ zu betrachten. Im Gegenteil...richtigen Eisenbahnentusiasten kann es oft gar nicht bunt genug gemischt sein um das typische Kanadische Eisenbahn-Fläir zu genießen. Zudem ist oft ein persönlicher und sehr freundlicher Smalltalk der Bahnangestellten durchaus üblich und sollte auch höflich erwidert werden.
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Informationen zum Zug:
Der WM präsentiert sich im neu lackierten Weiß, Blau und Grün. Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Man wird überaus höflich und zuvorkommend behandelt. Aber auch Eisenbahnfans wie ich kommen voll auf ihre Kosten. Neben einer persönlichen Widmung, die man mir schrieb, wurde auch mein Wissensdrang über Technik und Geschichte des neuen Zuges mehr als freundlich aufgenommen. Bei einer meiner zahlreichen Wanderungen in den Whistler Mountains ergab sich die Möglichkeit, auf freier Strecke einige Fotos vom WM zu ergattern, und ich konnte es kaum glauben, ... der Zug hielt extra für das Foto auf einer Brücke ... anschließend durfte ich noch einige freundliche Worte mit dem Engineer wechseln.
Der Gast ist in jeder Hinsicht König, und das gesamte Personal von der Stewardess bis zum Zugführer ist wirklich für jede Art von Bahnreisenden eine Empfehlung.
Erste oder Zweite Klasse ?
Die "Glacier Dome Cars" entsprechen der ersten Klasse und bieten - neben einem einmaligen Service - auch noch einen wunderbaren Panoramablick in voll klimatisierten und herrlich bequemen Wagen.
Die "Coast Classics" entsprechen der zweiten Klasse. Hierbei handelt es sich um modernisierte und durchaus bequem eingerichtete Coaches, meiner Meinung nach aus der Budd Car Serie.
Desweiteren bietet der WM nach einer kleinen Mahlzeit den Zugang zu einem traditionsgerechten Open Air Waggon an. Dieser 1956 umgebaute sechsachsige "Heavy Weight" aus dem Jahre 1914 ist ein absolutes Highlight und ein Muss auf dieser Strecke, nicht zuletzt auch um Landschaft und Geräuschkulisse des Zuges hautnah zu erleben.
Natürlich ist die Wahl zwischen "Glacier Dome" und "Coast Classics" in erster Linie eine Frage des Geldbeutels. Wer aber Wert auf ein wenig Luxus und Ambiente legt sollte hier sicherlich nicht sparen. Erfahrungsgemäß möchte ich aber folgendes anführen; Die beeindruckende Streckenführung und das typisch Kanadische Eisenbahnfläir sind in beiden Klassen gleich und das ist das eigentliche Highlight dieser Zugfahrt. Wenn man dies noch an der frischen Luft im Open Air Waggon genießen kann - möchte man da noch auf seinem gebuchten Platz im "Glacier Dome" sitzen ?
Anmerkung des Verfassers:
Zum Zeitpunkt meiner Reise (Juli 2006) befanden sich die An- und Abfahrtsterminals noch in einem Zustand reinster Improvisation. Dies soll sich nach Angaben von Mitarbeitern des WM jedoch bald durch Neubau bzw. Umgestaltung ändern. Zu berücksichtigen ist hierbei auch die kurze Zeitdifferenz seit Eröffnung der neuen Bahnroute (1. Mai 2006) und meines Reisezeitpunktes.
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